Versuchskaninchen? Nein danke!

Warum klinische Studien wichtig sind

Nicht immer sind die Behandlungen, die von Ärzten empfohlen werden, auch die wirksamsten und sichersten. Nicht auf alle medizinischen Fragen gibt es schon eindeutige Antworten. Manchmal wird „herumgedoktort“.

„Wir alle wollen die bestmögliche Behandlung mit möglichst wenigen Nebenwirkungen erhalten. Aber dazu müssen wir erst einmal herausfinden, welche das ist. Und das geht nur durch wissenschaftlich begründete, klinische Studien“, sagt Prof. Edmund Neugebauer, Lehrstuhlinhaber für Chirurgische Forschung an der Universität Witten Herdecke und Leiter eines Forschungsinstituts für Operative Medizin. Wenn Patienten gefragt werden, ob sie an einer klinischen Studie teilnehmen möchten, sind sie oft unsicher. Sie möchten keine „Versuchskaninchen“ sein. „Das ist ein Trugschluss. Wenn wir nicht wissen, welche unserer Behandlungen am sichersten wirken, dann sind unsere Patienten Versuchskaninchen. Und deshalb brauchen wir klinische Studien“, erklärt der Mediziner.

Verschiedene Studienarten

Meist wird in einer klinischen Studie eine neue, erfolgversprechende Behandlung gegen eine bereits angewendete getestet. Oder es werden mehrere Behandlungen, die alle in Frage kommen können, miteinander verglichen. Immer geht es darum, die wirksamste Behandlung mit den wenigsten Nebenwirkungen zu finden.
Es gibt verschiedene Studienarten. Die verlässlichsten Ergebnisse liefern solche Studien, bei denen die Behandlungen, die in Frage kommen können, den Patienten durch ein Computerprogramm zufällig zugeteilt werden (Randomisierung). Damit wird gesichert, dass in allen getesteten Behandlungsgruppen gleich viele Patienten mit bekannten und unbekannten Eigenschaften vertreten sind.
Die zufällige Zuordnung bedeutet nicht, dass einige Patienten eine schlechtere Behandlung bekommen als andere. „Die Sicherheit der Patienten steht an oberster Stelle. Studienpatienten werden sogar intensiver betreut“, versichert Neugebauer. Jede Studie wird von einer unabhängigen Expertengruppe beurteilt, der Ethikkommission. Sie prüft, dass die Qualitätsanforderungen für klinische Studien eingehalten und die Patienten keinen unzumutbaren Risiken ausgesetzt werden.

Teilnahme an Studien

Wer gefragt wird, ob er an einer Studie teilnehmen möchte, sollte nur nach einer gründlichen Aufklärung die Entscheidung treffen. Dabei müssen alle Fragen, Sorgen und Befürchtungen gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin geklärt werden. Wer genau verstanden hat, worauf er sich einlässt, kann auch guten Gewissens eine Entscheidung treffen.
„Viele unserer heutigen Behandlungen, die wir tagtäglich durchführen, wären ohne klinische Studien nicht möglich gewesen. Und gleichzeitig wissen wir bei vielen Behandlungen auch, dass sie unnötig sind und die Patienten nur belasten. Auch das ist in klinischen Studien herausgefunden worden“, so Neugebauer.
Bei klinischen Studien sollte es in erster Linie um das Wohl und die Sicherheit der Patienten gehen. Dafür setzen sich wissenschaftliche Organisationen in Deutschland ein, wie das Deutsche Cochrane Zentrum in Freiburg, das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin oder das Deutsche Netzwerk für Versorgungsforschung.

(Dr. Sylvia Sänger)

Hier können Sie den Beitrag als Audio hören:

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Der Tipp aus dem Netz:
Deutsche Krebshilfe (Hrsg.) „Klinische Studien“ unter: www.krebshilfe.de
Zentrum für Klinische Studien an der Universität Leipzig. „Fragen zu klinischen Studien“:  www.zks.uni-leipzig.de
„Wo ist der Beweis?“, ein allgemeinverständliches Buch über klinische Studien, unter: http://de.testingtreatments.org

Der Artikel ist in der Berliner Behindertenzeitung 2/14, Seite 16, veröffentlicht worden. Der Audiobeitrag wurde am 11.02.14 in der Sendung „voll normal“ auf ALEX Radio gesendet.

Ein Gedanke zu “Versuchskaninchen? Nein danke!

  1. Ich habe im Oktober 2013 nach einer Blutuntersuchung erfahren das ich an der
    chronisch-myeloischen-Leukämie leide, seit zwei Wochen nehme ich Tasigna
    Wirkstoff „Nilotinib “ 4 mal täglich 150mg, seit ich 2004 meine erste Partnerin
    an Brustkrebs verloren hatte, oder soll ich besser sagen, gestorben an zwei hoch-
    dosis Chemo-Therapien, seither bin ich sehr skeptisch, was Chemo-Therapien
    betrifft, den der große Gesundheits-Konz, schreibt in seinem Buch, das Er mit
    39 Jahren, die Chemo-Therapie und bestrahlung abgelehnt hat, und durch Heil-
    Erde Fasten seinen seinen Krebs losgeworden ist, wie es sich bei der Chronischen Leukämie verhält, weiß ich nicht, der Onkologe sagte mir das
    Tasigna die gesunden Zellen nicht angreift, ich werde mich noch weiter in-
    formieren.

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