Sicher durch die Behandlung

Schwere Behandlungsfehler, wie zum Beispiel eine im Patientenbauch vergessene Schere sind eher selten. Trotzdem kommen Fehler oder „Beinahefehler“ in der täglichen Praxis immer wieder vor. Dazu gehören zum Beispiel die Verwechslung von Medikamenten oder Dosierungen, Infektionen durch mangelnde Hygiene, Fehldiagnosen, fehlerhafte oder unvollständige Patientenaufklärung oder mangelnde Kommunikation der Ärzte und Pflegenden.Ärzte und alle Gesundheitsberufe müssen für eine möglichst optimale Behandlung und für die Sicherheit ihrer Patienten sorgen. Aber auch die Politik ist in der Pflicht. Sie muss die Grundlagen und Voraussetzungen für die Patientensicherheit schaffen,  wie grundsätzlich geregelte Arbeitszeiten und ausreichend qualifiziertes Personal“,  sagt Dr. Günther Jonitz. Er ist Präsident der Berliner Ärztekammer und Mitbegründer des seit 2005 bestehenden Aktionsbündnisses Patientensicherheit.

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Was bedeutet eigentlich Patientensicherheit?

Obwohl Ärzte alles zum Wohl ihrer Patienten tun kann es passieren, dass Patienten durch die Behandlung selbst oder auch nur durch ihren Aufenthalt im Krankenhaus Schaden nehmen. „Patientensicherheit bedeutet, dass es möglichst nicht zu unerwünschten Ereignissen kommt, die den Patienten schaden können“. Seit einigen Jahren sprechen Ärzte offen über Fehler und darüber, wie man die Sicherheit der Patienten verbessern kann. „In speziellen Datenbanken sammeln wir zum Beispiel, was falsch oder beinahe falsch gelaufen ist, damit wir alle daraus lernen können. Piloten machen so etwas schon sehr lange. Von ihnen haben wir das gelernt“, sagt der Mitbegründer des Aktionsbündnisses Patientensicherheit.

Wer ist für die Sicherheit der Patienten verantwortlich?

Für die bestmögliche Sicherheit der Patienten in Klinik und Praxis können Ärzte und Pflegende jede Menge tun. Dazu haben wir im Aktionsbündnis Patientensicherheit verschiedene Anleitungen entwickelt“, erklärt Jonitz am Beispiel der Operation. Wie vor einem Flugzeugstart arbeitet nun auch das Operationsteam vor einer Operation gemeinsam eine Checkliste ab. Sie sorgt dafür, dass der ‚richtige‘ Patient an der ‚richtigen‘ Stelle operiert wird. Nach der Operation wird wieder überprüft, ob alle Instrumente und Tupfer da sind. Zur Patientensicherheit gehört aber noch viel mehr. So müssen auch die baulichen Voraussetzungen einer Klinik oder Praxis so sein, dass Patienten zum Beispiel nicht stürzen oder ausrutschen. „Auch Patienten können selbst sehr viel dazu beitragen, dass beim Aufenthalt im Krankenhaus oder in der Arztpraxis keine unerwünschten Gefährdungen entstehen“, fordert der Präsident der Berliner Ärztekammer. Wer zum Beispiel mit einem falschen Namen angesprochen wird oder plötzlich andere Medikamente als die bisher gewohnten erhält, muss die Ärzte und Pflegenden im eigenen Interesse darauf aufmerksam machen. „Diese und weitere wichtige Tipps und Hinweise finden Patienten im Merkblatt ‚Sicher im Krankenhaus‘. Verantwortlich für den Inhalt ist das Aktionsbündnis Patientensicherheit.

Was kann man tun, wenn jemand zu Schaden gekommen ist?

Sollte es zu einem Schadensfall gekommen sein, haben Betroffene verschiedene Möglichkeiten. „Was in diesen Fällen genau getan werden kann, haben wir ebenfalls auf unseren Internetseiten unter www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de zusammengestellt.“ erklärt Jonitz.

Tipps aus dem Netz

• Patienteninformationen über Patientensicherheit des Aktionsbündnis für Patientensicherheit unter anderem das Merkblatt „Sicher im Krankenhaus“: http://www.aps-ev.de/patienten/

• Experten des Aktionsbündnis für Patientensicherheit erarbeiten Programme für mehr Sicherheit der Patienten in Klinik und Praxis: http://www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de/

• Das Institut für Patientensicherheit in Bonn forscht zum Thema Patientensicherheit: http://www.ifpsbonn.de/home

• Das Webangebot der Ärztekammer Berlin bietet auch Informationen für Bürgerinnen und Bürger: http://www.aerztekammer-berlin.de

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