„Ich zieh‘ das Ding durch!“ – Philips erster Marathon im Handbike

Philip im Handbike

Foto: A. Fuhrmann

Philip Schröder und ich hatten uns locker für den Zielbereich des 40. Berlin-Marathons am Brandenburger Tor verabredet: „Wir werden uns dort schon sehen.“. Bei Tausenden von Zuschauern und 178 angemeldeten Handbikern war das wohl etwas naiv gedacht. Umso glücklicher bin ich, als ich Philip hinter der Siegessäule beim Verladen seines Bikes treffe. Schnell noch ein paar Siegerfotos mit Medaille, dann schwingt sich der 24-Jährige aus dem Rollstuhl und setzt sich zu mir in die Sonne. Das ganze Gesicht strahlt und seine braunen Augen glänzen, als er die Sonnenbrille kurz abnimmt. Marathon macht glücklich.

Ursprünglich ist er im Februar nach Berlin gekommen, um hier Kanu-Polo zu spielen. Vor kurzem hat er dann zum ersten Mal an einem Triathlon teilgenommen und Lust auf Leichtathletik bekommen. Über das Team von Alba Berlin, für die er neuerdings auch Basketball spielt, ist er eher zufällig an das Handbiken geraten. Beim X Way Handbike Team von Herward Müller und Oliver Kuckuk hatte Philip die Möglichkeit, auf dem Tempelhofer Feld erste Erfahrungen im Handbike zu sammeln. Eigentlich wollte er zum Marathon im Rennrolli antreten: „Selbst im normalen Rollstuhl bin ich sehr schnell.“ Dass seine achte Fahrt im Handbike bereits die Teilnahme am 40. Berlin Marathon ist, war letztendlich eine Verkettung glücklicher Umstände.

Handbiken ist Strategiearbeit. Einerseits das Haushalten mit der eigenen Energie auf den 42,195 km, andererseits das Windschattenfahren im Team. Das musste Philip feststellen, als er Teile der Marathonstrecke alleine fuhr. Umso glücklicher war er, als er auf den letzten Kilometern wieder Anschluss an eine Gruppe fand und am Ende sogar die Rennrollstuhlfahrer überholte: „Gerade die jubelnden Leute am Straßenrand haben mich extrem motiviert. Die letzten zehn Kilometer gingen so schnell um, weil ich merkte, dass ich da durchgetragen wurde.“

Klar, dass der Berlin-Marathon nicht Philip Schröders letzter Marathon war. Nach der Winterpause möchte er schnell wieder mit dem Training anfangen, denn die nächsten Stationen heißen Düsseldorf- und Duisburg-Marathon.

Hören Sie hier den vollständigen Beitrag aus der „Voll-Normal“-Sendung vom 01. Oktober 2013:

Berlin_Marathon_Website

 

3 Gedanken zu “„Ich zieh‘ das Ding durch!“ – Philips erster Marathon im Handbike

  1. Für uns war eigentlich die Motivation wichtig, die ein Mensch hat, sich auf solch eine Strecke zu begeben. So nach dem Motto: Die Teilnahme und der Kampfeswille ist wichtig. Aber natürlich, niemand läuft oder fährt einen Marathon nur des Laufens oder Fahrens wegen. Jeder versucht, seine persönlichen Ziele zu erreichen und die müssen ja nicht immer sein, der Erste zu sein.
    Also, kurz gesagt, wir wissen nicht, welchen Platz Philip erreicht hat, versuchen aber, es noch herauszubekommen.

  2. 1:23:58 – Der Messung mit meinem Chip hat leider nicht funktioniert: Ich konnte die Zeit aber dank meiner Mitfahrer, die ich auch der Strecke kennengelernt habe, bestimmen.

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