Fit als Patient!

Sie sagen… sie meinen…
Wie Ärzte und Patienten sich besser verstehen können.

Häufig haben Ärzte und Patienten Kommunikationsprobleme. Was man meint, was man sagt und was der andere letztlich versteht, sollte im Idealfall übereinstimmen. In der Praxis ist das meist nicht so. Nicht nur im gesprochenen Wort, auch in der Körpersprache liegen viele Botschaften. Ebenso hat das Umfeld – wie etwa ein Schreibtisch als ‚Trennwand’ – einen Einfluss darauf, wie gut Kommunikation gelingt. Sie können selbst viel dazu beitragen, dass eine gute Gesprächsatmosphäre mit gegenseitigem Verstehen entsteht. Sie tun das auch zu Ihrer eigenen Sicherheit, denn durch Fehler bei der Verständigung könnten Sie zum Beispiel Ihre Medikamente falsch einnehmen.

Was tun, wenn Patienten ihre Ärzte nicht verstehen?

Jeder vierte Patient hält sich nicht an die ärztlichen Anordnungen. Ein Grund dafür kann eine schlechte Arzt-Patienten-Kommunikation sein. Stolperfallen sind:

Man fühlt sich nicht angenommen: Stellen Sie sich vor, Sie betreten das Sprechzimmer und der Arzt sitzt noch am Computer. Sie fühlen sich unwohl und wissen nicht, wie Sie sich nun verhalten sollen. Vielleicht werden Sie sogar etwas wütend. Die Frage: „Kann ich mich schon mal setzen?“ wird den Arzt in den meisten Fällen dazu bringen, sich Ihnen zuzuwenden und Ihnen zu erklären, warum die Computerarbeit jetzt noch nötig war. Lösen Sie solche oder ähnliche Situationen, in denen Sie sich unwohl fühlen, also auch selbst auf!

Man fühlt sich nicht verstanden: Jeder Mensch empfindet anders. Der Arzt kann nicht in seine Patienten hineinsehen. Wenn er zum Beispiel sagt, dass ein Medikament sehr gut vertragen wird, ist das seine Erfahrung. Wenn Sie aber eine andere Erfahrung gemacht haben, dann ärgern Sie sich nicht darüber, dass der Arzt Sie nicht versteht. Lassen Sie ihn vielmehr wissen, wie das genau bei Ihnen ist. Das hilft auch dem Arzt, sich besser in Sie hinein zu versetzen. Wenn Ärzte und Patienten unterschiedliche Standpunkte haben ist es gut, wenn man bei seinen Rückfragen nicht wertet, empfiehlt Dr. Swetlana Philipp vom Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena. Die Psychologin schlägt vor, statt „Das sehe ich aber anders!“ besser zu fragen „Welche Vorteile sehen Sie an Ihrem Vorschlag?“.

Man versteht etwas falsch: Das Tückische daran ist, Sie merken ja nicht, ob oder wann Sie etwas falsch verstehen! Dr. Philipp empfiehlt deshalb, die ärztlichen Erklärungen in jedem Fall mit eigenen Worten zu wiederholen.

Man versteht etwas gar nicht. Ärzte und Patienten sprechen unterschiedliche Sprachen. Der Fachmann nutzt gerne die wissenschaftlichen Bezeichnung wie zum Beispiel Lumbago für den ‚Hexenschuss’, wo der Patient ‚Rücken hat’. Hier hilft eine einfache Frage: „Können Sie mir das bitte genauer erklären?“

Kommunizieren ist keine Einbahnstraße! Haben Sie den Mut, sich aktiv in die Arzt-Patienten-Kommunikation einzubringen. Das ist nicht nur förderlich für das gegenseitige Vertrauen sondern auch für Ihr eigenes Wohlbefinden!

Hier können Sie den Beitrag aus der Sendung „Voll normal“ des Senders ALEX Radio Berlin nachhören:

akt_Wie_Aerzte_und_Patienten_sich_besser_verstehen

(Autor: Dr. Sylvia Sänger
Der Artikel wurde in der Berliner Behindertenzeitung, Ausgabe 10/2013 veröffentlicht. Verwendete Quellen bei der Verfasserin)

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