Fit als Patient – Die Guten ins Töpfchen

Woran man eine gute Gesundheitsinformation erkennt

Die meisten Menschen wünschen sich Gesunhdeitsinformationen von ihren Ärzten. Das ist auch gut so. Es kann hilfreich sein, wenn man sich auch selbst informiert. Manche Ärzte sehen das nicht so gerne, weil Patienten oft falsch informiert sind. Jemand, der schon eine falsche Vorstellung hat, ist sehr schwer von einem anderen Weg zu informieren. Deshalb ist es wichtig, dass man gute von schlechten Gesundheitsinformationen unterscheiden kann.
Die Informationsflut bändigen

Gesundheitsinformationen zu finden, ist nicht schwer. Es gibt Gesundheitssendungen im Fernsehen oder im Radio, der Apotheker überreicht regelmäßig Informationshefte, in den Wartezimmern der Ärzte liegen Faltblätter aus und im Internet sind sie mittlerweile in einer unüberschaubaren Zahl verfügbar. Doch Vorsicht, jeder der Gesundheitsinformationen anbietet, macht das aus einem bestimmten Grund. Deshalb ist es wichtig, die dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen und nur ein Ziel haben, die Bürger umfassend, aktuell und unabhängig zu informieren.

 

Woran man eine gute Gesundheitsinformation erkennt

„Es ist gut für die eigene Sicherheit zu wissen, woran man eine gute Gesundheitsinformation erkennt,“ sagt Marie-Luise Diercks. Sie leitet die Patientenuniversität in Hannover. Gute Gesundheitsinformationen müssen wissenschaftlich aktuell sein. Sie dürfen keine Angst machen, die Leser nicht beeinflussen und nicht einseitig für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Methode werben. Es müssen stets die Vor- und Nachteile aller Behandlungsmethoden, die in Frage kommen, genannt werden. Jeder Leser muss den Inhalt verstehen und ermessen können, was das für ihn selbst bedeutet. „Es muss klar sein, wer die Gesundheitsinformationen geschrieben hat und welche wissenschaftliche Quellen verwendet wurden. Das ist sehr wichtig, denn daran kann man erkennen, ob eine Information unabhängig ist,“ weiß Diercks. Die Wissenschaftlerin empfiehlt, nicht einfach zu „Googeln“. „Wir haben Tipps für die Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet auf unserer Internetseite unter www.patientenuniversitaet.de zusammengestellt. Im Internet finden sich viele Informationen zum gleichen Thema. Es ist immer gut, diese miteinander zu vergleichen,“ rät die Leiterin der Patientenuniversität.

 

Wann Sie besonders vorsichtig sein müssen

Unseriös ist es, wenn in einer Gesundheitsinformation Heilversprechen gegeben werden. Also wenn behauptet wird, das angepriesene Medikament oder die Behandlungsmethode helfe auf jeden Fall oder zu 100%. Es gibt auch keine Behandlung (auch keine rein pflanzliche), die keine Nebenwirkungen hätte. Wer das verspricht, sagt nicht die Wahrheit. Wenn die Kosten einer Behandlung nicht von der Krankenkasse übernommen werden, oder teure Produkte angepriesen werden, sollten sie vorsichtig sein. Gefährlich für Ihre Gesundheit sind auch Informationen, die dazu raten, eine bereits bewährte Behandlungsmethode ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einfach abzusetzen.

Hier können Sie den Beitrag aus der Sendung “Voll normal” des Senders ALEX Radio Berlin nachhören:

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Der Tipp aus dem Netz

www.patienten-universitaet.de
www. ebm-netzwerk.de

(Autor: Dr. Sylvia Sänger, Veröffentlicht in der Berliner Behindertenzeitung 12/13-01/14, Seite 20)